Am auf die Wallfahrt folgenden Wochenende tragen die Gläubigen die Standarte der Heiligen Jungfrau, die während der Wallfahrt La Bella in die Gemeindekirche des Ortes gebracht worden war, zur Kapelle, an einem Festtag, der allen als „Romería chica” bekannt ist. Dort wird die Jungfrau bis zur Wallfahrt im nächsten Jahr verwahrt. Jeder dritte Sonntag im Mai hat sich so seit einigen Jahren zu einem weiteren Wallfahrtstag entwickelt, der es sowohl an festlicher Stimmung als auch volkstümlicher Beteiligung mit jeder anderen Wallfahrt in der Umgebung aufnehmen könnte.
Die Almadraba von Nueva Umbría wurde im Jahr 1929 errichtet. Diese alte Anlage gehört zur sog. „chanca“ oder Siedlung, wo wenigstens für sechs Monate des Jahres (von März bis September) die Besatzungen und das Personal, das mit dem Almadraba-Fischfang (einer komplexen Fangtechnik für Thunfische bei ihren Wanderungen mit großen Einrichtungen) beschäftigt war, zusammenlebten. Die meisten von ihnen kamen mit ihren Familien her, sodass die Siedlung bis zu 800 Menschen umfasste, d. h. sie wurde zu einem kleinen Ort, in dem es an nichts fehlte. Es gab Läden, eine Schule, eine Kneipe, einen Friseur, Handwerkerwerkstätten usw.
Der Fischfang mit der Almadraba-Technik geht wahrscheinlich bis ins 15. Jahrhundert zurück. Diese Almadraba war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sehr aktiv, wie dies auch der Bau von Schiffen um 1950 belegt, mit Fängen von bis zu 32.000 Thunfischen jährlich. Ab diesem Moment nahm die Fangzahl rapide ab, bis im Jahre 1963 beschlossen wurde, diese Fischfangpraxis einzustellen und auch ihre Anlagen abzuschaffen, aufgrund von Rentabilitätsverlusten. Zu Beginn der 1980er Jahre kam es zu einem neuerlichen Versuch, diese Fangtechnik wiederzubeleben, allerdings ohne Erfolg.
Hierbei handelt es sich um eine Kapelle, die im vergangenen 20. Jahrhundert errichtet wurde und in der das Bildnis Nuestra Señora de la Bella während der Wallfahrtstage untergebracht ist, an jedem zweiten Maiwochenende. Ihr Grundriss ist der eines lateinischen Kreuzes mit angebautem Glockenturm und einer Freitreppe, über die man Zugang zur Kirche erhält. Sie ist zu Fuße der Anhöhe La Bella gelegen, von der aus man das Wallfahrtsgelände in seiner Gesamtheit und die Marschgegend des Flusses Piedras betrachten kann.
Diese Wallfahrt findet am zweiten Maiwochenende statt. Es handelt sich hierbei um eine klassisch andalusische Feier, zu der sich die Anwohner mit den typischen Trachten schmücken und von Pferden und geschmückten traditionellen Kutschen begleitet werden. Die Feierlichkeiten beginnen am ersten Samstag im Mai mit dem Umzug der Standarte, die von Reitern von der Wallfahrtskirche La Bella bei El Terrón zur Pfarrkirche Santo Domingo de Guzmán in der Gemeinde Lepe gebracht wird. Am darauffolgenden Freitag findet nach den Salutschüssen mit Raketen ein massenhaftes Blumenopfer statt, das den ganzen Nachmittag lang andauert und zu dem Tausende von Gläubigen in ihren typischen Trachten zu Fuß, zu Pferd oder in Kutschen erscheinen, um der Jungfrau La Bella ihre Blumen zu spenden. Am nächsten Tag dann, am Samstagnachmittag also, bringen die Anwohner von Lepe ihre Schutzheilige in ihrer von Ochsen gezogenen Kutsche vom Ort zur Wallfahrtskapelle, wo sie bis Montagnachmittag bleibt. Die Wallfahrer begleiten die Jungfrau auf dem gesamten Weg zu Fuß, zu Pferd oder in Kutschen, in einer wahren Explosion von Freude, mit Tänzen, Gebeten, Gelübden, Gesängen usw. Um die alten Klosterruinen herum wurde ein herrlicher Wallfahrtsort errichtet mit Festbuden und Häusern im volkstümlichen Stil. Hier versammeln sich an den Wallfahrtstagen über hunderttausend Menschen. Bis zum folgenden Montag vergehen die Wallfahrtstage im geselligen Beisammensein von Ortsansässigen und ortsfremden Menschen, immer gut unterhalten mit den typischen Gesängen und Tänzen dieser Gegend sowie Huldigungen und Besuchen bei der Jungfrau. Das Gelände füllt sich mit Freude und den Farben der typischen Trachten der Wallfahrerinnen. Die volkstümlichen Festzelte sind voller Gesänge und Tänze und verwandeln sich zu einem Ort, an dem man gutes Essen und Trinken schätzt und seine Gastfreundlichkeit gegenüber den Besuchern zeigt. Parallel zu diesem Fest finden religiöse Feierlichkeiten statt, wie beispielsweise die Versteigerung des Banners bei der Ankunft der Jungfrau in der Wallfahrtskapelle oder der Rosenkranz der Fackeln am Sonntagabend, an den anschließend ein prächtiges Feuerwerk veranstaltet wird. Am Montagnachmittag dann beginnt der Rückweg der Schutzheiligen zur Kirche Santo Domingo, wo die Jungfrau etwa um Mitternacht ankommt, auf den Schulter ihrer Gläubigen aus Lepe, begleitet von Olé-Rufen und Trommeln, und wo sie bis zum nächsten Jahr verweilen wird.
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Eine Gegend, in der die Natur zu Kunst wird, wo der Ozean und der Fluss Piedras miteinander verschmelzen, um so den hunderte von Jahren alten Hafen von El Terrón entstehen zu lassen. Wurde 1989 zum Naturpark erklärt. Er ist der drittgrößte der Provinz Huelva mit seinen 2.530 ha. Seine Höhe über dem Meeresspiegel beträgt zwischen null und zehn Meter.
Er stellt einen Landstrich von höchstem ornithologischen Interesse wie auch für Wasserflora und -fauna und die Umwelt dar. Er wird hauptsächlich zum Fischen und für Kultur- und Freizeittourismus genutzt. Die Menschen haben schon seit Urzeiten die unterschiedlichsten Ressourcen genutzt, die ihnen dieser Ort zur Ausübung verschiedenster traditioneller Aktivitäten bot, wie beispielsweise Fisch- und Meeresfrüchtefang oder Fischzucht. Heute finden in diesem Naturraum andere Aktivitäten statt, wie Wanderungen, Umwelterziehung oder Vögelbeobachtung.
Von diesem Ort ist besonders aufgrund seiner Einzigartigkeit die Flecha de Nueva Umbría hervorzuheben, eine vorgelagerte Sandbank, die vor mehr als 200 Jahren begann, sich auszubilden. Sie verläuft parallel zur Küste und erreicht mittlerweile eine Länge von fast 15 km und wächst jedes Jahr um ungefähr weitere 40 m, mit einer Breite zwischen 300 und 700 m. Sie ist an der Mündung des Flusses Piedras gelegen und ist entstanden aufgrund der starken Küstendynamik in dieser Gegend, d. h. durch Materialien aus dem Fluss, durch den Tidenhub, die Strandversetzung und die vorherrschende Winde aus Südwesten. Diese Formation, die landesweit einzigartig ist, gilt als geomorphologisches Juwel.
Wenn wir diese Sandbank betrachten, können wir 15 km aus weißem Sand und das intensive Blau des Meeres bewundern, ursprüngliche Strände (sie gehören zu den besterhaltenen ganz Europas), Marschlandschaften, trichterförmige Flussmündungen, Dünensysteme usw. Ein Zusammenspiel von Naturschätzen, die aus diesem Landstrich den perfekten Ort für Naturliebhaber machen, sodass er Gegenstand von Studien bereits gewesen und immer noch ist.
Diese Gegend zeichnet sich zudem durch ihren außerordentlichen Reichtum an vielen und unterschiedlichen Spezies sowohl von Fauna als auch Flora aus, von denen einige - vom Aussterben bedroht - hier ihre natürliche Rückzugsräume vorfinden, aufgrund des milden Klimas und des guten Erhaltungszustandes ihrer Feuchtgebiete. Dieser gute Erhaltungszustand lässt sie zum Gebiet von höchster ökologischer Bedeutung in der Gemeinde werden, sodass sie wohlverdient in das Netzwerk der Schutzgebiete von Andalusien aufgenommen wurde. Die Besucher können einen weitreichenden FKK-Bereich genießen, in dem an einem paradiesischen Ort das Meer mit der Natur verschmilzt.
Die Strände und Dünen dienen zahlreichen Arten als Nistplätze, die sich an die außergewöhnlichen Bedingungen in Bezug auf Salzkonzentration, Feuchtigkeit oder Trockenheit angepasst haben, wie beispielsweise den Seeregenpfeifern, neben einigen Kolonien von Zwergseeschwalben und Rotflügel-Brachschwalben.
Der Reichtum der Marschgegenden dient ebenfalls als Lebensraum für eine abwechslungsreiche Meeresfauna (Aale, Doraden, Wolfsbarsche, Rotbarben, Venusmuscheln, Winterkrabben, Seepferdchen usw.), neben der Tatsache, dass auch Vögel angezogen werden, wie beispielsweise Schnepfenvögel, Wasserläufer, Fischadler, Gänsesäger, Trauerenten, Brandseeschwalben oder Heringsmöwen. An den Stränden sind jedoch Möwen, Seeschwalben und Regenpfeifer die wahren Protagonisten, neben unterschiedlichen Watvögelarten wie dem Steinwälzer, dem Alpenstrandläufer oder dem Großen Brachvogel.
Unter den Reptilien gehört das Chamäleon zu den symbolträchtigsten Arten, denn in Europa beschränkt sich sein Verbreitungsgebiet auf die Provinzen Málaga, Cádiz, Huelva und die portugiesische Algarve.
Mit Bezug auf die Vegetation, die in Marschgegenden halophil ist, ist zu sagen, dass diese sich also sehr gut an den hohen Salzgehalt angepasst hat. Besonders hervorzuheben sind Arthrocnemumarten, Salz-Schlickgras, Portulak-Keilmelde, Strauch-Melde, Strandflieder und Frankenia laevis. Im sandigen Bereich hingegen, der stärker von der Trockenheit und durch die extreme Sonneneinstrahlung in Mitleidenschaft gezogen ist, gibt es reichlich Gewöhnlichen Strandhafer, Stranddisteln, Dünen-Trichternarzissen, Kreta-Hornklee, Europäischer Meersenf, Scirpus parvulus, Ginster und Dianthus broteri. Die repräsentativste aller Pflanzenspezies ist eine Thymianart, Tymus Carnosus, die in dieser Gegend eines ihrer wenigen Verbreitungsgebiete vorfindet.
Hier finden wir auch den Fischerei- und Sporthafen von El Terrón vor.
Diese gesamte Gegend können wir entweder vom natürlichen Aussichtspunkt El Catalán oder auch von dem grünen Wanderweg aus überblicken, der die Strände La Antilla und Nueva Umbría miteinander verbindet.
Der Strand von Nueva Umbría ist im Naturpark „Marismas del Río Piedras y Flecha de Nueva Umbría“ gelegen. Mit seinen fast 15 km Länge mit weißem und feinem Sand, können hier FKK-Anhänger den ersten Nudistenstrand der Provinz Huelva genießen, auf einem seiner dafür gekennzeichneten Abschnitte. Von diesen 15 km gehören 2250 m zum Strand von Santa Pura.
Mitten im Naturpark gelegen, gilt er bis in unsere Tage hinein als ursprünglich und ist eines der wenigen Gebiete, das keines von Menschenhand verursachten Problemen erfahren hat. Ohne irgendwelche Bauten kann dieser Strand dem Besucher Freude an seinem sauberen Wasser und den Blick auf eine üppige Vegetation zwischen den Dünen bieten.
Seine natürlichen und Landschaftsbedingungen haben ihn bei zahlreichen Gelegenheiten zum Schauplatz für Werbeaufnahmen und Filmproduktionen werden lassen.
El Terrón, Fischerei- und allererster Sporthafen, ist ganz in der Nähe der Mündung des Flusses Piedras gelegen, innerhalb des Naturschutzgebietes „Paraje Natural Marismas del río Piedras y Flecha de Nueva Umbría“. Zu den herausragenden Gegebenheiten in seiner Geschichte gehört die Vorbereitung der Expedition, die Juan Díaz de Solís zur Entdeckung des Río de La Plata führen sollte.
Früher gelangten in den Hafen täglich große Mengen an Fisch und Meeresfrüchten aus der Gegend, ganz besonders die berühmten Garnelen von El Terrón. Heute können Boote mit einer höheren Gesamtlänge nicht anlegen, denn an der Flussmündung befindet sich eine Sandbank, die jedes Jahr größer wird und es den Booten verhindert, über den Fluss einzufahren.
Nach seinem Umbau ist dieser Hafen mit einer Anlage zur Ausübung von Wassersport ausgestattet worden, der Nachfrage der Touristikbranche in dieser Gegend nachkommend. Heute kann man hier Angeln, auch Schleppangeln, was uns viel Freude bereiten kann. Wir können auch mit einem Kahn flussaufwärts durch das Naturschutzgebiet „Paraje Natural Marismas del Río Piedras y Flecha de Nueva Umbría“ fahren, wo wir auf „La Flecha“ treffen werden, ebenfalls ein Naturschutzgebiet, mit feinem und weißem Sand, und in dem man außerdem FKK praktizieren kann.
In dieser Hafenanlage finden wir auch den Fischerei- und Bootsverein El Terrón vor, der bereits über mehr als 100 registrierte Schiffe verfügt.